knight travel

Sonntag, 20. April 2008

Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben

Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben

Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.
Die nackten Toten die sollen eins
Mit dem Mann im Wind und im Westmond sein;
Blankbeinig und bar des blanken Gebeins
Ruht ihr Arm und ihr Fuß auf Sternenlicht.
Wenn sie irr werden solln sie die Wahrheit sehn,
Wenn sie sinken ins Meer solln sie auferstehn.
Wenn die Liebenden fallen – die Liebe fällt nicht;
Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.

Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.
Die da liegen in Wassergewinden im Meer
Sollen nicht sterben windig und leer;
Nicht brechen die die ans Rad man flicht,
Die sich winden in Foltern, deren Sehnen man zerrt:
Ob der Glaube auch splittert in ihrer Hand
Und ob sie das Einhorn des Bösen durchbrennt,
Aller Enden zerspellt, sie zerreißen nicht;
Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.

Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.
Keine Möwe mehr darf ins Ohr ihnen schrein
Keine Woge laut an der Küste versprühn;
Wo Blumen blühten darf sich keine mehr regen
Und heben den Kopf zu des Regens Schlägen;
Doch ob sie auch toll sind und tot wie Stein,
Ihr Kopf wird der blühende Steinbrech sein,
Der bricht auf in der Sonne bis die Sonne zerbricht,
Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben.

Dylan Thomas, walisischer Dichter (1914-1953)

Dazu ein Video von Jonathan Glazer ( u.a. auch Unkle feat. Thom Yorke - Rabbit In Your Headlights, 1999):
"Als ich das Video zu "Street Spirit" für Radiohead gemacht habe, das war der Punkt als ich wirklich anfing Musikvideos zu machen, erschien mir das Video und die Musik zum erstem Mal wie eine Einheit.
Wenn ich die Musik ausschalte und die Bilder sehe, dann kann ich die Musik hören und wenn ich die Bilder abschalte kann ich sie trotzdem sehen.
Also das war meine erste große Lektion, und sie hatte teilweise mit meiner Beziehung mit dem Sänger zu tun und wie er mich ermutigte meine Ideen sehr einfach zu halten.
Denn als Anfänger willst du unbedingt alles mit einbringen, all deine persönlichen Referenzen, Ambitionen und Inspirationen, alles, und am Ende kommt eine Reihe von Bildern heraus, die keinen wahren Wert, keinerlei Verbindung haben. " (popzoot.tv)

Radiohead - Street Spirit ( Fade Out) 1995



Es ist Sonntag.

Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde. Ich verspreche, jedem Angriff auf die Freiheit und der Tyrannei Widerstand zu leisten, wo auch immer sie auftreten mögen.

Jeden Sonntag um 11.58 Uhr auf Deutschlandradio Kultur zu hören. Eine Mahnung, dass Freiheit nicht von selbst entsteht, und zeitlebens verteidigt werden muss.

abgefahren in knight travel

Samstag, 19. April 2008

Schicksal oder Wir haben die Wahl oder Nur anders herum

Dragon5
Schicksal oder Karma.
Jeder von uns hat die Wahl.
Immer wieder.
Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute.
Anhalten oder Weiterfahren.
Festhalten oder Loslassen.

Regisseur Jonathan Glazer lässt uns ans Steuer eines Autos, auf dessen Rücksitz Thom Yorke sitzt. Wer nicht losläßt, der verbrennt im Auto. Thom Yorke trifft die richtige Wahl.

Radiohead - Karma Police - 1997
Jonathan Glazer dazu:
"Lustiger Weise sind die Videos "Karma Police" und "Unkle feat. Thom Yorke - Rabbit In Your Headlights" sehr mit einander verbunden. Das Karma Police Video stellte mich nicht so richtig zufrieden, ich habe nicht richtig dafür gearbeitet. Deshalb dachte ich, ich müsste ein Art Remake machen, irgendwie. Also war das Unkle Video im Grunde genommen genau das gleiche, gleiches Thema, ziemlich einfach, nur anders herum." (popzoot.tv)



menage
Und wie immer ein wunderschönes kuscheliges Wochenende
für alle vorbeikommenden Menschenkinder,
daheimgebliebenen Simulationen,
verspäteten Suppenkasper
und klapprigen Wackelpuddings.


schicksalsergeben in knight travel

Samstag, 3. November 2007

Pro global warming....................keine falschen farben mehr....40.Tag

Wir werden auch an diesem kalten diesigen Novembertag nicht müde zu fragen und zu mahnen:

Wo bleibt die versprochene globale Erwärmung? Wo bleibt die versprochene Sonne?

Und wenn wir schon dabei sind, unser heutiges Statement:
Freie Fahrt für freie mündige Bürger mit richtigen spritsaufenden Autos und ihr könnt uns alle mal an unseren Datenspeichern lutsc.....

Und damit es einen richtigen Drive bekommt, hat jemand beides in ein geiles Video gequetscht. Wir sagen:
Oberaffengeil, die Gegend, die Sonne, der Sound, das Auto und die Braut sowieso.



reingefahren in knight travel

Samstag, 6. Oktober 2007

Unterwegs

Sonnabend.
Wochenende.
The crew faulenzt und lümmelt dumm herum.
The knight is on the road.
All alone.
Im Auftrag des Herren.

















Wir werden berichten.
Aus den Abgründen der Diaspora.
Jenseits des Limes.

Im Handschuhfach von Knight travel

Donnerstag, 9. August 2007

Einparken im Steinmeer

Für den motorisierten Eingeborenen ist es ja mitunter recht schwierig, im Steinmeer einen Parkplatz zu finden. Nach vielen zermürbenden Runden um den Häuserblock wird endlich ein seltenes Kleinod, freier Parkplatz genannt, aufgetan und dann beginnt das schwierige Ritual des Einparkens. Häufig zeitigt diese Tätigkeit unerfreuliche Resultate in Form von Beulen, Kratzern und anderen Lackschäden. Beschädigte und/oder abgerissene Außenspiegel sind eine andere unerwünschte Form des Einparkschmerzes. Manchen Eingeborenen ist diese zeitraubende umständliche Form des sadomasochistischen Straßenverkehrs zu schwierig und sie suchen einfache Behelfe und Möglichkeiten. Leider überschätzen sie sich dabei und mit der Ordnung beim Verkehr haben sie es auch nicht. So beobachte ich immer wieder Auswüchse dieses frevelhaften Tun wie bereits vor Tagen berichtet (siehe hier und hier). Seitdem waren einige Tage ohne jegliches Vorkommnis vergangen und leichte Verwunderung begann in mir empor zu kriechen. Doch gestern war es endlich wieder soweit. Ein eingeborenes Mitglied der kriegerischen Sparte ‚Blue White Horses’ hatte die Faxen dicke vom Stress und die Nerven verloren. Aus heiterem Himmel hat er sein Gefährt, blau – weiß, einfach so mittig auf der Straße abgelegt.
Ohne jegliche Skrupel, nicht bedenkend, wie die nachfolgenden eingeblechten Eingeborenen mit dieser Verkehrssituation klarkommen sollen. Eine unangenehme Situation, denn der nicht fachkundige neutrale Beobachter sollte wissen, dass der einfach strukturierte Eingeborene bei veränderten Verkehrslagen hysterisch reagiert, grölend in der Gegend herumrennt und zu Zusammenrottungen mit anderen verschreckten Eingeborenen neigt, sich jedoch auch schnell beruhigt. Die so betroffenen Eingeborenen stehen dann recht dumm herum, halten Maulaffen feil und schwatzen fortwährend dummes Zeug. Darin sind sie geübt und dabei blühen sie auf. Eines muss man ihnen lassen, mit dieser Form der Schwatzhaftigkeit vertreiben sie sich elegant die Zeit und lassen den Druck aus ihren aufgeheizten Aggressionskesseln. Lieber so mit dem Mundwerk rumschnattern als die schokoverschmierten Griffel ständig auf der Hupe und eklig laut herumtönen.
Geduldig wartend weiß der clevere Eingeborene mit langjährig geübter Sicherheit, dass der zuständige Obersheriff schon hinter dem nächsten Gebüsch in aller Seelenruhe auf Beute gelauert hat und innerhalb weniger Augenblicke ist der dann auch beim Sichern derselben. Das Fleisch kriegen die Jungs in den rot-weißen Lieferwagen ( der Wagen stand schon kurz hinter dem Bike, aber der Fahrer hat mich so böse angeschaut, da habe ich auf ein Porträtfoto verzichtet), des Sheriffs Handlanger in oliv sichern sich nach ausgiebiger Durchsuchung Analyse die blecherne Trophäe. Und binnen kurzer Zeit ist die Straße wieder frei und die Eingeborenen können dann abends bei Bulette und Bier in ihrem Stammlokal von den gefährlichen Abenteuern bei den täglichen Streifzügen berichten.

Eingefahren in knight travel

Montag, 6. August 2007

Radkäppchen

Seit Tagen fahre ich daran vorbei. Manchmal mit Blue Wilhelm, meiner blauen Motorkalesche oder mit Mr. Jingles, meinem magentafarbenen stählernen Schlachtross.
Oder ich komme einfach zu Fuß daran vorbei.
Ich weiß nicht, wie lange sie dort schon am Baum stehen oder besser lehnen.
Unauffällig und still, fast unscheinbar.
Nur zufällig habe ich sie erspäht, als ich wie so oft an der Kreuzung warten musste.
Wieder einmal.
Rot, was sonst.
Warten auf die grüne Verheißung.
Dass ich nicht lache.
Und da habe ich sie gesehen.
radkappenrendezvous-klZwei einsame Radkappen, gelehnt an einen großen Straßenbaum.
Gegenüber vom großen Friedhof.
Erst sind sie mir nicht so richtig aufgefallen. Sie sind nichts außergewöhnliches, nein, sehen aus wie zwei beliebige Radkappen. Doch sie harren dort seit Tagen aus, unverdrossen, trotzen Wind und Wetter, Sonne und Regen. Wer weiß, was die Hunde....ich mag da gar nicht dran denken, die armen Radkappen.
Nichts gegen die Hunde, Geschäft ist Geschäft - pinkeln as usual - und vierbeinerseitiges Verständnis für herrenlose Radkappen zu erwarten, ich weiß, das geht zu weit.
Zwei einsame herrenlose Radkappen am Baum, was mag in ihnen vorgehen? Ihrer Aufgabe beraubt, herrenlos in den Weiten der großen unfreundlichen Stadt am Straßenrand.
Herausgerissen, abgerissen ist wohl zutreffender, aus ihrer wichtigen Aufgabe, einen Autoreifen zu verschönern und jetzt verlassen, verloren am Straßenrand, einsam und unnütz.
Wie vielen Radkappen wird es so gehen?
Sie mögen kaum zu zählen sein.
Muss hier schon von der verlorenen Radkappengeneration gesprochen werden, lost hubcap generation?
Da ist es ein Glück für die beiden Radkappen, nicht einsam in der Weite des Universums vor sich hin zu lottern. Gemeinsam mit einer anderen einsamen Radkappe den wechselnden Witterungen trotzen. Wer weiß, vielleicht ist eines der beiden ein Radkäppchen und das andere, nein, nicht der böse Wolf und auch nicht die Oma.
Ich habe da mehr den polierten Radkappenjüngling für das Radkäppchen im Auge. Erleben wir hier eine wundersame Liebesgeschichte der ganz speziellen Art?
In einer – Weiß zufällig jemand, wie lange das bei einem Radkäppchen dauert? – nun, irgendwann in nicht so ferner Zukunft sind sie nicht mehr allein, nein, dann sind sie zu dritt.
Und wenn sie nicht gestorben oder im Shredder gelandet sind oder wieder an einem Autoreifen ihre Runden drehen, dann lehnen sie zu dritt am Straßenbaum und trotzen gemeinsam den Unbilden des wechselhaften Schicksals.
Ist das nicht schön?

reingerollert in knight travel

Sonntag, 15. Juli 2007

otto

Fahre ich durch die straßen des steinmeeres, stelle ich immer wieder fest, dass die eingeborenen neben den üblichen religiösen wirrungen, irrungen und absurditäten auch einer ganz speziellen anbetung frönen. Es ist die anbetung von OTTO, dem gott der schnellen verbrennung von fossilen flüssigkeiten (übrigens ein multi-tasking-götze, mischt auch noch in der versandanbetung fleißig mit). Überall im steinmeer sind die betstationen für diesen gott zu erblicken, von den eingeborenen tankstellen genannt. Leider ist es auch bei diesem religiösen wahn so, dass der eingeborene, sobald er eine reliquie dieses okkultismus sein eigen nennt – sein auto! – auch den letzten rest seines kümmerlichen verstandes abschaltet und von bibelfestigkeit – die bibel dieser religion heißt STVO, schon mal was davon gehört!!!! – kann auch keine rede sein. Und dann passieren sie, die dinge, die meinen herrn möxelpixel dazu bewegen, unter meinem mantel hervor zu kriechen und zu knipsen. Letzten donnerstag versuchte ein eingeborener ein neues verfahren beim einparken:

Von den umstehenden eingeborenen wurden keine bestnoten verteilt, da er bei diesem misslungenen versuch unerlaubte hilfe eines Dritten (siehe rechts) beanspruchte:

Da stand der eingeborene fahrer dann belämmert neben seinem demolierten vehikel, doch glücklicherweise gab es nur blechschäden. Und wie immer waren die morlocks des steinmeeres sofort zur stelle und haben sich die beute restlos unter den nagel gerissen.

Denn als ich einige stunden später wieder vorbeikam, war alles besenrein und frei für den verkehr. Und hält das jemand für zufall und so oft käme das ja nicht vor, denkste, puppe, bei einem weiteren beitrag „Wenn eingeborenen es knittern lassen“ sind die verwerfliche tat, die fotos und text dazu bereits fertig. Demnächst hier.

Eingefahren in knight travel

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