knight thoughts

Donnerstag, 8. Mai 2008

Jedem sein Quietsche- Entchen

Hasen9Ich habe nie etwas mit ihm anfangen können.
Es war ja auch nicht meine Zeit.
Schmalz in meinen schwarzen Locken könnte ich mir auch nicht vorstellen.
Und dieser Hüftschwung erst noch.
Aber singen konnte er, keine Frage. Na ja, halbwegs.
Ich kenne einige, die bei Nennung seines Namens die Augen verdrehen.
Und wenn sie seine Musik hören, dann ist es völlig aus.
Damit es diesen Menschen auch beim Plantschen in ihrer Badewanne an nichts fehlt, wurde eine handgreifliche Erinnerung auf den Markt geworfen.
Elvis und Elvira.
Für Herrn Müller- Lüdenscheidt.
Wie hieß doch gleich der andere Schwule?

elvis-erpel-2

Geplantscht in knight life

Sonntag, 4. Mai 2008

Live zeitversetzt

Hase70Als ich gestern bei Einbruch der Dunkelheit vor dem lauten krakelenden Gezwitscher der bunten vielfältigen Vogelschar am See flüchtend zu Hause aufschlug, da schaute ich unter anderem in den Kühlschrank und auch in die große Farbschwafelröhre.
Dieserweiligst sind die tt 2008, die Berliner Theatertage 2008, und manches davon wird auch in der großen Farbschwafelröhre berichtet. Nicht dass es mich so sonderlich interessieren tät, nö, denn dann könnte ich mich ja auch in eine der zahlreichen Vorstellungen quälen. Doch einfach einen kurzen Blick zu werfen, auf dem Laufenden bleiben, das geht ja mal ganz gut mit der großen Farbschwafelröhre. Kann ich dann bei passender Gelegenheit mit kleinen unpassenden Verbalbrocken glänzen, möhöhö.
Lief auch was auf 3sat, in den letzen Zügen. Ein Stück von William S. Neu aufgearbeitet in einer Inszenierung von den Münchner Kammerspielen im Haus der Berliner Festspiele. Bayern in Preußen, das geht ja schon mal gar nicht.
Was mich erstaunte, war die Bezeichnung im Bildschirmtext „Live zeitversetzt“.
Was ist das denn? Jetzt von gestern? Heute früh am Nachmittag morgen am späten Abend? Live von vorgestern?
Live ist jetzt.
Und wenn es nicht jetzt ist, Gegenwart genannt, dann kann es nur noch Vergangenheit oder Zukunft sein. Doch wenn es Vergangenheit oder Zukunft ist, dann ist es nicht live.
Die Lösung ist trivial.
Früher hieß das, was da in 3sat lief, Aufzeichnung.
Doch das ist irgendwem im Fernsehen anscheinend zu trivial.
Bildschirmtext im verbalen Würgegriff der verbildeten Praktikantenschar.
Nebenbei, dass was ich sehen durfte, war Schrott. Deshalb gehe ich auch ungern zu Neuinszenierungen ins Theater. Die Gefahr des plötzlichen und/oder fortwährenden Erbrechens ist mir einfach zu groß. Herr Mörlin war auch noch sauer, weil zeitgleich (live zeitunversetzt?) ein Special von Britney Spears lief. Und Mr.Heid wollte Snooker gucken und ich wollte in Ruhe mein Eis (Dame blanche) löffeln.
Wir haben uns dann 23 Uhr auf „Fight Club“ mit Brad Pitt und Edward Norton geeinigt.
Für jeden etwas dabei.
Mr.Heid versuchte im Anschluss an den Film Herr Mörlin zu überreden, einen Satz aus dem Film zu wiederholen: „Ich will, dass du mich schlägst, so hart du nur kannst.“
Herr Mörlin wollte aber nicht. Er ist nämlich sehr sensibel.
Ach ja, es ist Sommer, etwas wärmer als sonst. Deshalb an die Verderblichkeit der Lebensmittel denken.
Ein Rat von Herrn Mörlin:
„Die meisten Lebensmittel kann man nicht länger aufbewahren, als die mittlere Lebenserwartung eines Hamsters beträgt. Sperren Sie einen Hamster in den Kühlschrank, um diesen Wert zu ermitteln.“ P.J. O’Rourke

morgengeschwafel in knight thoughts aus einem Türkencafe von unterwegs

Freitag, 2. Mai 2008

Langsam

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Das geheimnisvolle Island.
Kinder, Fussball, alles friedlich.
Am Anfang.
Unglaublich, wie grausam das Leben spielen kann.

Sigur Ros - Vidrar Vel Til Loftarasa (2001)


.

beeindruck in knight feeling

Freitag, 18. April 2008

Nur für den Dienstgebrauch

Es war am 18. April 1942 um 18 Uhr 30.
Bildstelle d. Fl.H.Kdr. E/37/XI
Prüfnummer: 829 / 4L

Das sind die Daten von der Rückseite des Fotos.
Und so sieht ein Bombenteppich irgendwo in den russischen Weiten aus.

Bombenteppich-18-04-1942-86k
Und damit wurde dieser Bombenteppich gebombt:

Messerschnittkanzel-63k

Viele Jahre später wurde ich an diesem 18.04. geboren, der kleine späte "Prinz", wie meine 11 bzw. 13 Jahre älteren Schwestern immer ätzten.
Und ich weiß bis heute nicht, warum mein Vater, der Pilot dieses Bombers, gerade dieses Bild aufgehoben hat. Mit den anderen furchtbaren Bildern des Krieges.
Drei Fotoalben des Schreckens, ein schweres Erbe.
Er hat die Antworten gehabt und ich habe mich fast nie getraut, ihn danach zu fragen.
Viele Fragen blieben ungefragt und heute ist es zu spät.

nachdenklich in knight thoughts

Mittwoch, 6. Februar 2008

Treffen der Giganten (2)

D-Oe

Zur Erinnerung:

Alle daran denken, heute abend (ORF 20,35 Uhr, ARD 20.15 Uhr) passiert es, das Treffen der Giganten.

Ist das wichtig, ist das wesentlich?
Manche Leute halten Fußball für eine Sache von Leben und Tod. Ich bin von dieser Einstellung sehr enttäuscht. Ich kann Ihnen versichern, es ist sehr viel wichtiger als das! Bill Shankley

Was sagen die Deutschen über ihren Gegner:
Bei der Fußball-WM habe ich mir Österreich gegen Kamerun angeschaut. Auf der einen Seite Exoten, fremde Kultur, wilde Riten - und auf der anderen Seite Kamerun! Dieter Nuhr

Worauf sollten die Ösis achten:
Wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt. Rolf Rüßmann

Erfolgschancen der Ösis:
Ein voller Erfolg über Deutschland wäre vielleicht sogar kontraproduktiv. Ein Sieg wäre unglaublich schlecht! Josef Hickersberger, aktueller Teamchef der Ösis

Wie ist diese ganze Ballspielerei zu werten:
Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport - und nichts für Tunten. Axel Kruse

Auch wenn es dumm läuft, immer schön die Contenance wahren:
Haß gehört nicht ins Stadion. Die Leute sollen ihre Emotionen zu Hause in den Wohnzimmern mit ihren Frauen ausleben. Berti Vogts

Denn das wünschen wir unseren lieben Ösis heute schon gar nicht:
Nein, tut's uns das nicht auch noch an. Robert Seeger, ORF-Kommentator, als beim 0:9 Debakel der Österreicher in Spanien eine Nachspielzeit von 4 Minuten angezeigt wird.

Und nun, liebe Ösis, zum Schluß noch etwas aus eurer glorreichen Vergangenheit:
Ich blickte kurz auf und banante den Ball zur Mitte. Schoko Schachner

reingeschossen in knight thoughts

Männer fragen sie nach Feuer, nach dem andern sowieso

Dreh' Dich nicht um, schau, schau,
der Kommissar geht um!

Damit hat es angefangen.
Schon so lange her.
Mehr als zwanzig, fast dreißig Jahre.
Ich kann mich erinnern, wie mir der Mund leicht offen stand, als ich es das erste Mal hörte.
NDW - Zeit.
Und dann er, mit seinem Komissar.
Wer ist denn das?
Er ist k.u.k., haben sie gesagt, Kommissar und Konsument.



Arrogant, so herrlich arrogant, das warst Du.

"Ich weiß, dass ich für viele Leute ein Brechmittel bin,"

Stella sitzt in Rio - Stella liegt in Tokio
Männer fragen sie nach Feuer, nach dem andern sowieso
Sugarchris dich sehr vermisst - dein Bein und dein Gesicht
Du kannst auf mich verzichten - nur auf Luxus nicht
Womit spielen kleine Mädchen heute hier und dort und da,
Und in Tucson, Arizona; Toronto, Canada.

Wien, nur Wien du kennst mich up, kennst mich down
Du kennst mich.
Nur Wien, nur Wien, du nur allein
Wohin sind deine Fraun.



Und dann bist Du gegangen.
Ich mag den Spruch nicht, dass immer die Falschen zu früh gehen.
Bei Dir trifft es zu.

"Mich werden sie erst wieder ganz gern haben, wenn ich ganz tot bin."



He, Falco, wo auch immer Du jetzt auch sein magst, Deine Lieder waren und sind geil.
Johann Hölzel genannt Falco geb. 19. Februar 1957 gest. 06. Februar 1998

Sonntag, 11. November 2007

gesund (1)......................................Keine falschen Farben mehr....48.Tag

Bedingt durch meine jetzige Tätigkeit habe ich viel mit dem Begriff Gesundheit zu tun, den Definitionen, was überhaupt Gesundheit und Krankheit sind, und den Auswirkungen auf das menschliche Verhalten und die gesellschaftlichen Verbiegungen.

Es gibt Menschen, die leben überhaupt nicht mehr richtig.
Die leben nur noch vorbeugend und sterben gesund.
Um den Tod zu vermeiden, verpassen sie das Leben.“


Manfred Lütz, Leiter der Alexianer – Klinik in Köln, gefunden in BdW 9/2007

Man kann es natürlich auch so sehen:




Ich denke, ich werde den Sonntag dazu benutzen, hier ein paar Gedanken und Sichten von mir auf dieser Seite über das Thema Gesundheit zu platzieren.
Mal schauen, was dabei rauskommt.
Und jetzt lese ich weiter in der umfangreichen 49-seitigen Analyse über meinen gesamtheitlichen Zustand ( nicht gesundheitlichen!).
Das ist spannend, sage ich Ihnen, meine Damen und Herren.
Und da schmeckt das Marzipan gleich noch viel mehr und mein Milchkaffee sowieso.
Und beim Lesen geht es mir so durch den Kopf:

Lebe ich den Menschen, der ich tatsächlich bin?
Wie lebe ich meine Persönlichkeit?

vorgebeugt in knight thoughts

Es ist Sonntag.

Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde. Ich verspreche, jedem Angriff auf die Freiheit und der Tyrannei Widerstand zu leisten, wo auch immer sie auftreten mögen.

Donnerstag, 20. September 2007

Bunte Zeitschleifen (1)

Seit einigen Tagen pulsiert es zwischen den Synapsen, stolpert aufgeregt durch das Gestrüpp, like Ricarda Kimbel, immer auf der Flucht, begegnen einander, verworren, diffus und unausgegoren, meist vollkommen durchgeknallte Ideen. Wie auf einer Farm im wilden Afrika. Ich lasse sie laufen, denn nach einigen Tagen des überdrehten Hastens sind sie entweder in den unendlichen Weiten meines neuronalen Multiversums vollständig verdampft oder endlich reif und folgen mir dann willig in meinen entzückenden Mandelkern. So auch heute. Völlig erschöpft und am ganzen Körper zitternd lehnte die betreffende Idee an einer Synapse und folgte mir ohne zu Murren willig zum Altar der verbalen Zeremonien.
Was wäre, wenn...ist heute der Ansatz, mit dem es beginnt. Eine gedankliche Abstraktion, die jeder von uns bestimmt schon einmal durch seinen Kopf laufen ließ.
Was wäre...., wenn damals 1966 an der Linie ein anderer Linienrichter gestanden hätte...Was wäre, wenn ich damals statt „ja“ doch „nein“ gesagt hätte am Traualtar.. und so ließe sich das beliebig fortsetzen. Es gibt Historiker, die sich damit ausgiebig beschäftigt haben und herrliche Exkurse in die Vergangenheit veranstalten und dabei mitunter verblüffende Schlussfolgerungen offerieren. Nun möchte ich das hier nicht wiederkäuen, sondern diese Abstrahierung aufgreifen und erweitern.
Was wäre... wenn....anstelle...von
Damit möchte ich einmal den Aspekt beleuchten, wenn der Ereignisvorgang nicht nur leicht, sondern richtig komplex, in Raum und Zeit und den Personen verändert wird, sozusagen eine chronifizierte Blutgrätsche.
Heute Folge Eins, erste Näherung.
Wir gehen ein Stück zurück in der Zeitachse. Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ein dunkler Raum, das Fenster geöffnet, der Lauf des Scharfschützengewehres zieht leicht nach links und verharrt. Der Schuss bricht mit einem leisen Knall und auf der Tribüne sinkt ein Mann unter dem entsetzten Aufschrei der Menschen tödlich getroffen zu Boden. Der Mann am Fenster zerlegt routiniert mit geübten Griffen das Gewehr, verpackt es und entfernt sich ruhigen Schrittes. Lee Harvey Oswald hat soeben den kommunistischen Parteichef der sowjetischen Besatzungszone (SBZ), Walter Ulbricht, erschossen.*)
Ist das ein Kracher, meine Damen und Herren? Spüren Sie die langsam Fahrt aufnehmende
und immer schneller werdende Dynamik dieser kleinen Vertauschung? Erahnen Sie die Vielfalt der Möglichkeiten, die sich daraus ergeben?
Nun wollen wir dem ganzen mit dem Chrono - Turbolader richtig Tempo geben und verlegen den Zeitpunkt vom 22.11.1963 auf den ...sagen wir mal, in erster Näherung auf den 12.August 1961. Wir sind ja flexibel und können nach erfolgter Simulation den Zeitpunkt jederzeit verändern. Also, Erich, der Kelch ist noch nicht endgültig an Dir vorbeigegangen.
Ulbricht-70Walter hat die Maurerkelle schon in der Hand und schreit nach Mörtel, als ihn die Kugel trifft. Vom Mauern zu Manna. Der finale Rettungsschuss, allen fiel die Kelle aus der Hand und der Welt entging der antifaschistische Schutzwall genannt Mauer rund um Berlin.
Im fernen Griechenland lauschte währenddessen Aristoteles Onassis der zauberhaften Stimme seiner Geliebten, der Opernsängerin Maria Callas. Er ahnte in diesem Moment nicht, dass er wenige Wochen später um die Hand von Lotte Ulbricht anhalten würde. Und bis zu seinem Lebensende in den Katakomben der Lubjanka konnte er nicht begreifen, welcher Teufel ihn damals geritten hatte, insbesondere als er sich nach der Hochzeit zum Parteichef putschte und aus der drögen SBZ einen ausgedehnten Olivenhain mit angeschlossener Öltankerproduktion (VEB „12.August“ Onassis – Tanker - AG) machen wollte. Onassis - kommt von ihm der Ausruf 'Na, Ossis' ? - war auf dem besten Weg, die SBZ, diese volkswirtschaftliche Brache in einen aufstrebenden Industriestaat zu verwandeln, als auch ihn das Schicksal ereilte. Seine von ihm verlassene Geliebte Maria Callas angelte sich wenige Monate nach der schnöden Abschiebung bei einem Konzertgastspiel in Moskau den späteren Kremlchef Leonid Breschnew und infolge ihrer Infamie wurde der arme Aristoteles Onassis, als Breschnew an die Macht kam, wegen Hochverrats verhaftet und verschwand auf Nimmerwiedersehen in der Lubjanka. Die Verbindung zwischen Frau Callas und Herrn Breschnew zeitigte einen gesunden Jungen, Wladimir, der von einer staats- und parteitreuen Familie namens Putin adoptiert wurde. Stören Sie sich nicht an seinem rückdatierten Geburtsdatum. Da waren unsere russischen Freunde schon immer recht kreativ.
Ja, meine Damen und Herren, so schließt sich die Zeitschleife wieder. Bei derartigen Simulationen ist immer auf die Geschlossenheit der Zeitschleife zu achten.
Übrigens, zum gleichen Zeitpunkt, als die Kugel die Schädeldecke von Ulbricht durchschlug, erfuhr John F. Kennedy, als er in seine Beinkleider schlüpfte, von Marilyn Monroe, dass sie schwanger und im dritten Monat sei und ein Kind von ihm erwarte. Nicht weit davon schnurrte ein Tonbandgerät leise vor sich hin und als das Tonband im fernen Kuba abgespielt wurde, grinste der Mann mit der Zigarre und dem langen Bart hämisch.

*) Die Idee der Vertauschung von Kennedy und Ulbricht ist nicht von mir. Ich vervollständige sie nur.


Abgelegt in knight thoughts

Montag, 30. Juli 2007

fast vorausgesehen - eine fantasie (II)

Es ist schon einige zeit her, da konnte ich kurz – teil I hier - aufzeigen, dass es keine gute idee sei, den besuch einer veranstaltung mit einer nahestehenden person aus gründen wie auch immer zu verweigern. In diesem teil nun möchte ich mich darüber auslabern, wie Sie sich verhalten sollten/ könnten, wenn Sie trotz Ihres zweifelsohne vorhandenen widerwillens zu der von Ihnen verabscheuten veranstaltung mitgeschleppt werden.
Eines sollte Ihnen von anfang an klar sein. Ziehen Sie keine schnute, knurren Sie nicht und geben Sie auch sonst keinerlei laut von sich, der in irgendeiner weise zu Ihren ungunsten ausgelegt werden könnte. Halten Sie einfach einmal in Ihrem jämmerlichen leben die klappe! Beachten Sie, dass Ihre begleitung richtig durchsensibilisiert ist, bis in die haarspitzen und damit sind weder kopf- noch schamhaare gemeint, es geht hier ganz klar um die auf den zähnen. Alle antennen der wahrnehmung Ihrer begleitung sind bis zum beginn der veranstaltung nur darauf richtet, Sie bei einer wie auch immer gearteten protestierenden niedertracht zu stellen und Ihnen dann mit allen mitteln eins reinzuwürgen. Stellen Sie sich einfach vor, wie ein großes rosa schweineohr ständig unauffällig um Sie herum schwebt und jede akustische regung sofort weitermeldet (Na wolfgang S., das gefällt dir? Hätteste auch gern, was?). Seien Sie zuvorkommend, höflich – wie, Sie wissen nicht ,was höflich sein bedeutet? Herrje, also das lassen Sie sich gefälligst von Ihrer schwiegermutter erklären und falls nicht vorhanden, dann suchen Sie sich irgendein anderes mieses garstiges wesen in Ihrem umfeld – und geben Sie sich überhaupt einen ruck. Vielleicht winkt dann ein kopfschmerzfreier später abend mit ihr oder er spricht Sie das erstemal seit jahren mit Ihrem kosenamen an. Jetzt sagen Sie nicht, Sie hätten keinen. Na teufel auch, nun fällt mir nichts mehr ein. Da läuft doch generell etwas schief bei Ihnen.
Natürlich bezieht sich das gerade gesagte nur auf pärchen. Bei unternehmungen mit den chefs beispielsweise sollten Sie auf die verwendung von kosenamen gänzlich verzichten. Auch die aussicht auf eine gemeinsame kopfschmerzfreie nacht sollten Sie nicht in erwägung ziehen. Das gibt mitunter ärger mit der gattin des chefs. Hier könnten Sie sich doch auch damit begnügen, von einem rüffelfreien arbeitstag zu träumen. Und die geschichte mit der vorzeitigen beförderung oder gar gehaltserhöhung – ja wo leben Sie denn? Seien Sie froh, wenn Ihr salär nicht bis zur völligen bewußtlosigkeit gekürzt wird.
Vor dem beginn der veranstaltung oder in der/den pausen stellen Sie sich unaufgefordert an die oder eine der schlangen an, um für Ihre begleitung entsprechendes futter und notwendige getränke zu holen. Auch hier gilt, murren Sie nicht und hören Sie auf bzw. fangen Sie gar nicht erst an, eine fresse zu ziehen. Behalten Sie Ihren gedanklichen unrat für sich, so etwa ...schließlich sind wir doch gerade erst vom abendbrot aufgestanden oder ...muss es denn schon wieder ein bier sein ... die chips sind der figur auch nicht förderlich usw. Ich weiß, da gibt es ein breites arsenal an miesmachersprüchen, doch sparen Sie sich das. Sie vertragen das echo nicht, denn die veranstaltung oder ein grossteil liegt noch vor Ihnen. Überhaupt sind wir hier bei einem phänomen, das mich schon seit jahren fasziniert. Diese ganze thematik des verzehr von speis und trank bei veranstaltungen aller art, verhaltensweisen dabei und kleine hinweise dazu werde ich in einem späteren teil abhandeln.
Zurück zu der besuchten veranstaltung. In jedem fall ist es von außerordentlicher bedeutung, sich vorab ein mindestmass an wissen über den inhalt der geschichte zu machen. Meist wird Ihnen nach einigen augenblicken bei der vorbereitung schlagartig klar sein, dass Sie hierbei völlig überfordert sind. Wie auch nicht. Wer die verwendung von leder während der gesamten zeit seines lebens nur für schuhe und mit einigen abstrichen auch für andere kleidungsstücke anerkannt hat, kann das klar strukturierte, genialisch übersichtlich und einfach gestaltetete regelkonstrukt für die mit einer filigranen leichtigkeit über den sameten rasen nach einem erfolg mit dem wundersamen lederball strebenden herrlichen jünglinge nicht erfassen. Äh, fussball, meine damen, ich meinte fussball, von anderen ballsportarten ganz zu schweigen. Andererseits sitzen Sie vielleicht völlig verwundert und gebannt in Ihrem weichen sessel und kommen aus dem grübeln nicht hinaus, wieso es menschen gibt, die Ihnen schnöde den rücken zeigen und ununterbrochen mit einem stöckchen nervös herumfuchteln. Jaja, es ist Ihnen bekannt, dieser typ wird dirigent genannt und er ist der chef der ganzen krachmacher, doch hier vor ort wird Ihnen knallhart und schmerzlich der unterschied zwischen theorie und praxis klar. Und sie frösteln beim blick auf die uhr und fragen sich, warum gerade ich.
Und zu weiteren zarten musischen events sind wir noch gar nicht vorgedrungen. Und dann die sparte der feiern und parties, der schwere gang zu Titanic II, wo Sie doch american psycho II vorgezogen hätten und und und. Wie sich hier klar abzeichnet, handelt es sich insgesamt um ein breites spektrum der möglichkeiten, die rachegelüste der/des begleitersIn durch bewusstes oder unbewusstes fehlverhalten richtig anzufachen und hochzuheizen. Da sind minenfelder und fettnäpfchen im wechsel und Sie merken endlich, es gibt keine chance. Denn es geht nicht darum, sich unbeschadet aus dieser malaise herauszuwinden, nein, es geht nur um begrenzung der direkten und indirekten schäden.
Nächste teile folgen, diesmal schneller, versprochen.

Vorausgesehen in knight thoughts

Montag, 18. Juni 2007

Fast vorausgesehen - eine fantasie (I)

Kennen Sie das? Sie haben versprochen, eine bestimmte veranstaltung zu besuchen. Eine veranstaltung, die Sie nicht sonderlich mögen, nie besuchen würden, wenn, ja wenn da nicht jemand wäre, dem sie verpflichtet sind. In welcher weise auch immer.
Die ehefrau, der ehemann , die freundin, der freund, die kinder, die eltern, die schwiegereltern, die schwester, der bruder, die chefin, der chef, die kollegin, der kollege. Weitere mögliche aspiranten der verpflichtungsknechtschaft bitte selbst hinzufügen.
Sich derartiger knechtschaft zu entziehen ist möglich und wird auch oft praktiziert. Nur sind damit oftmals folgen verbunden, die uns nicht gefallen, nicht gefallen können. Und wenn dann beispielsweise auf Ihre frage an den freund/die freundin, ob es denn nun vorbei sei, die wutentbrannte antwort durch den raum donnert und Sie dumpf klatschend genau zwischen Ihre weitaufgerissenen augen trifft, dass da nie etwas gewesen wäre und mit Ihnen ja schon gar nicht, dann dämmert es bei Ihnen vielleicht. So ein ganz klein wenig.
Die vage möglichkeit, dass die permanente verweigerung des besuches einer bestimmten veranstaltung ja veranstaltungsreihe den boden für den entzug des bodens Ihrer beziehung bereitete, dieser gedanke der möglichkeit wird mit der zeit in die grässlichkeit der absoluten gewissheit münden und an Ihnen nagen. Nicht ein leben lang. Nein. Aber in jedem fall die nächsten dreißig jahre.
Auch müssen sie damit rechnen, dass Ihnen die wunderschöne feier anlässlich Ihres achtzigsten geburtstages durch die tochter/ den sohn vollständig geschmissen und ruiniert wird, weil justament der tochter/ dem sohn einfällt, das dies möglicherweise die letzte gelegenheit sei. Reinen tisch zu machen. Unbedingt und jetzt.
Ihnen zu sagen, vor versammelter mischpokengesellschaft, wie schaurig und verhaltens störend Sie sich damals verhalten hätten, als Sie den besuch der veranstaltung xy sabotierten. Übrigens, die eventuellen schändlichkeiten in diese richtung durch die ehegattin/ den ehegatten lassen wir heute besser außen vor. Ich sage Ihnen, da sind abgründe, nach deren ansicht selbst stephen king vom blanken entsetzen heimgesucht werden würde.
Zurück zu Ihrer tochter/ Ihrem sohn. Man wisse nach dem abstand der vielen jahre natürlich nicht mehr, um welche veranstaltung es damals ging. Natürlich. Das entzieht Ihnen von vornherein jeden möglichen ansatz einer verteidigung.
Auch wenn die verteidigung wahrscheinlich sehr lahm und lasch ausfiele. Wahrscheinlich. Doch eine verteidigung, hinter der Sie sich mit Ihrer ganzen ehrlosen nichtswürdigkeit verstecken könnten.
Und so stehen sie da, nackt, den vorwurfsvollen blicken der anwesenden ausgesetzt. Die mit kalten augen zusehen, wie Ihnen die brust aufgerissen wird. Und in diese brust genau neben das herz das schlechte gewissen eingepflanzt wird. Und dieses schlechte gewissen wird an Ihnen nagen, Ihr ganzes erbärmliches restliches leben lang.
Es wird sich ganz langsam zu Ihrer fettleber durchfressen und auf diesem weg fortwährend ätzenden gallensaft produzieren. In den grauen nächten Ihrer düsteren schlaflosigkeit wird dieses schlechte gewissen still kichern und sie werden sich die kümmerlichen funktionalen reste Ihres hirns zermartern, um heraus zu finden, was für ein event das bloß gewesen sei.
Und diese kümmerlichen funktionalen reste Ihres hirns werden Ihnen verklickern, dass es nicht mehr möglich sein wird, die antwort zu finden. Der entsprechende bereich Ihres langsam und doch immer schneller verrottenden gedächtnisses hat schon längst kassensturz gemacht und die dortigen synapsen haben funktionsinsolvenz angemeldet.
Da geht nichts mehr.
Endgültig gelöscht.
Erase and rewind.
Nur noch toter synapsensalat.
Sie werden den rest Ihres abscheulichen lebens jeden abend mit schlotternden gliedern richtung nächtlicher folter wanken. Das fahle entsetzen wird tiefe falten in Ihr ausgemergeltes gesicht meißeln, so das bei Ihrer zerbröselnden fassade überhaupt noch möglich ist.
Wollen Sie sich das die letzen jahrzehnte Ihres einst glanzvollen lebens antun?
Es gibt doch noch genügend andere möglichkeiten, sich das leben richtig schwer zu machen.
Gehen Sie in sich, überwinden Sie sich, machen Sie gute miene zum bösen spiel und schleppen Sie sich, freudige erwartung vortäuschend, zu dieser miesen veranstaltung.
Genießen Sie wenigsten für einige stunden ein ruhiges gewissen. Für einige stunden.
Denn Sie werden bald feststellen, und das meist recht schnell und richtig gründlich, dass auch diese heroische sebstverleugnung letztendlich nutzlos war.
Davon später mehr.

abgelegt in knight thoughts

P.S. Es beginnt spass zu machen.
Herr mörlin meint, wenn ich meine zurückhaltung überwinde und endlich meiner fantasie die zügel freigäbe, könnte es vielleicht was werden. Vielleicht, doch wer weiss das schon?

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