Inseln der Vernunft
Er wurde als Pionier, Dissident und Computerguru bezeichnet. Er war ein großer Denker der Gegenwart und bestimmt ein sehr informierter Gegner des kritiklosen Umgangs mit Computern und allem, was dazu gehört. Er schrieb Computergeschichte und legendär sein Computerprogramm ELIZA. Er hat sich früh gegen Macht und Mainstream gestellt - gegen eine segmentierende, zersplitterte Wahrnehmung der Welt, die eine Grundvoraussetzung für Totalitarismus darstellt.
Die Nazis haben ihn als Kind aus Berlin vertrieben. Nach seiner großen Karriere als Wissenschaftler ist er wieder nach Berlin zurückgekehrt *). Skeptiker, doch nie resignierend. Vitale Bereitschaft, die eigene Erfahrung einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und sich gegen Entmündigung zu wehren, seine Kennzeichen. **)
„Aber ich meine noch etwas ganz anderes, wenn ich von Inseln der Vernunft spreche. Ich meine eine Gemeinschaft von Menschen, die das Ziel hat, Gutes zu tun und sich menschlich zu verhalten. Eine Gemeinschaft, die das auch ausstrahlt. Es ist mir natürlich bewusst, dass ich meistens keine tiefe Einsicht in die jeweilige Gruppenstruktur gewinnen kann, aber ich verlasse mich auf meinen Eindruck und mein Gefühl.
Ich stelle mir folgendes vor: Wenn eine dieser Gruppen von der Existenz einer anderen wüsste und mit ihr in Kontakt käme, könnten sie sich durch eine Art Brücke miteinander verbinden. Damit entstünde dann so etwas wie eine größere Insel. Ich habe die Hoffnung, dass sich immer mehr Inseln zusammenschließen und irgendwann einen Kontinent der Vernunft in dem Meer des Irrsinns, in dem wir leben.“
Joseph Weizenbaum im Interview mit Gunna Wendt – „Wo sind sie, die Inseln der Vernunft im Cyberstrom? - Auswege aus der programmierten Gesellschaft“
**) Auszug aus dem Klappentext
Jetzt ist Joseph Weizenbaum im Alter von 85 Jahren verstorben.
IH WEI WAI SING - Ein ehrenhaftes fremdes Herz.
Er ist gegangen und ich bin traurig.
Ich weiß nicht, ob das nachfolgende Lied passend oder unpassend ist. Doch irgendwie passt es für mich, denn es fühlt sich für mich an, als ob es um mich herum immer trostloser wird und von allem Optimismus nicht mehr viel geblieben ist.
*)Wer Joseph Weizenbaum besucht, muss in das Nikolaiviertel von Berlin, dorthin, wo sich die Stadt ‘historisch’ gibt und dennoch nur aus rundsanierter DDR-Architektur besteht. Hier bewohnt Weizenbaum eine kleine Wohnung mit einem kleinen Balkon, den Heerscharen von Vögeln aufsuchen. Hier ist Weizenbaum zu Hause, aber das Zuhausesein ist temporär.
Letzten Samstag war ich mit Freunden im Nikolaiviertel, es ist so seltsam und eigentümlich.
traurig in knight and know
the white lake knight - 7. Mrz, 00:03



Ob & wie auch immer passend ... hat er fast fast ein wenig tröstliches .
:-)
Und Gott sprach...
Nichts für ungut, schöne Frau Sabine, aber diese FDJ-Rüpel sind für ein Steinmeergewächs wie mich voll Panne und absolut NOGO. Du kannst es nicht wissen, es sind SBZ-Interna.
Als sie entstanden, waren sie die Lieblinge der FDJ und des ZK der SED und das blieben diese Heinis bis zum Schluß. Der Gegensatz dazu waren Renft, auch Schweine-Renft genannt, weil die immer angedreht waren, mindestens eine Stunde zu spät begannen, langhaarig mit Parka und Jeans, was für die Apparatschiks der Horror war.
Sie wurden dann auch recht schnell verboten, ein Teil verließ die SBZ, die anderen ...na..ja.
Es gibt leider nicht viele Aufnahmen, hier ist eine von ihnen, nach der Wende. Sie sind nicht die begnadeten Musiker, doch sie waren Teil des NEIN, auch meines NEIN zu Totalitarismus.
"Wer die Rose ehrt..."
Oh Gott ... :-(
Obwohl ich als Kind öfters die Großeltern i.d. SBZ besuchen durfte & somit natürlich auch die Kritik am System deutlich miterlebte ... aber DAS wuste ich so nicht oder erinnere mich nicht mehr deutlich genug.
Also ... okay ... Du kannst DIE auch gerne löschen ... ist okay !!
:-)
Unproblematisch...
Sie durften nach der Wende ihren Absturz in die Grillzelte durchleben. Heute halten sie jammernd den Ossi-Kult hoch, dieses würmelige Gekrieche sei diesen Gruftmusikern gegönnt. ;)