[>>]

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Wenn es blass wird um die Nase.....


coffeeIrgendwie fehlt es mir.
Dem Mörlin ja gar nicht. Wäre alles viel zu anstrengend gewesen und gefährlich sei es noch dazu, schnauft er erleichtert.
Aber ach, es hilft kein Barmen und auch kein Zetern, es war so vorgesehen
und geht nicht anders. Pause bis Ende März nächsten Jahres. Regenerierung.
Und doch, schau ich auf den seufzenden Heid, dann kommen die Erinnerungen hoch.
So sanft gebettet dazuliegen und zu fühlen, wie der stechende Schmerz nachlässt, nachdem das holde blutleere blasslippige Geschöpf die fette chromblitzende Kanüle, die übrigens jede Anophelesmücke vor Neid erblassen lässt, mit kühnem Schwung in meine zarte blasse Vene in der Armbeuge gestoßen hat. Aufmerksam fragender Blick dann zum Opfer – das bin ich, denn Mörlin und Heid halten sich bei dieser Geschichte vornehm zurück – ob denn auch alles in Ordnung sei. Mein schwaches Nicken wird mit einem leichten freundlichen Lächeln registriert, sogleich der Schlauch angeschlossen und nach einem metallischen Klicken beginnt der metallene Vampir neben mir mein Blut abzusaugen.
So rinnt mein roter Lebenssaft in diese merkwürdige Maschine, um mittels einer Zentrifuge das Blutplasma abzutrennen und den kümmerlichen Rest dann in den erschlaffenden auf der Liege dahindämmernden Körper zu pumpen. Gepantscht mit einer Kochsalzlösung anstelle des Blutplasma und etwas Citrat, damit es nicht klumpt.
Das meiste Citrat wird dem Blutplasma zugegeben, auch gut so, denn ehrlich, welcher Vampir will schon klumpigen Saft. Verständlich, gell.
Und dann liege ich so da, sehe den roten Saft durch den schnöden Plastikschlauch rinnen und fühle, wie ich schwach und schwächer werde, sehe in die wächsernen marmorierten Gesichter mit den blassen spitzen Nasen und den langsam herausquellenden Augen der um mich herumliegenden abgeschlafften Delinquenten und die kalte Angst steigt hoch, unaufhaltsam, dass dieser klickende und klappernde Mechanismus neben mir auf einmal versagt und nichts zurückfließt und ich dann wie eine ausgewrungenes halbnasses schlaffes Handtuch daliege und irgendwann im Vorbeigehen zusammengerollt und in der Besenkammer entsorgt werde.
Doch 37 Mal ist nichts passiert und so habe ich 28 Liter Blutplasma gespendet. Bin in dieser Zeit unter echt guter ärztlicher Kontrolle gewesen, mein Blutdruck ist mit durchschnittlich 125/75 richtig Klasse. Und richtig vernünftig Taler gab es auch für Herrn Mörlin.
So etwas nennt man eine win-win-Situation.
Bin fast alle Touren mit dem Rad gefahren, insgesamt 520 km sind das geworden. Nur einmal, da habe ich die alte blaue Kalesche genommen und da hat’s dann gekracht. Auch noch, als ich Grün hatte an der Ampel. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich hier noch erzählen werde.
Und geschadet hat es mir auch nicht.
Meine liebste Freundin S. meinte am Anfang besorgt, was der Benny sei, der hätte das auch gemacht und musste dann aufhören, weil auf einmal nichts mehr bei ihm verheilt sei.
Hab’ ich nix zu gesagt, denn der Benny rammelt gegen jede Kante und so, fliegt dauernd über irgendeinen Absatz auf die Schnauze und außerdem schneidet sich immer wieder in jeden möglichen Finger.
Dann hat er ein Doppelkinn, soll heißen, wenn er eine aufs Kinn geballert bekommt, hält er es gleich noch mal hin. Eben doppelt.
Benny hat doch so viele Wunden und Abschürfungen, der überblickt das gar nicht mehr.
Liegt am Citrat, das mit zurückgespült wird. Bremst die Gerinnung.
Na und, sage ich da nur. Bei dem vielen Kochsalz, das anstelle des Blutplasma zurückgepumpt wird, da verkrustet die Wunde dann eben.
Und jetzt seufzt der Heid wieder, denn ach, so viele niedliche Frauenzimmer da in dem Saal, alle ganz in weiß, etwas sehr blass vielleicht, nun gut, lag vielleicht am Licht, wer weiß.
Er war jedes Mal hin und weg, denn echt, die machen da einen ganz tollen Job und wenn sie es jetzt auch nicht lesen können, wir ziehen unsere Hüte und danken artigst.

blutleeres knight life

sunday roses

sunday-rose-2

Meinungsfreiheit

Du hast es in der Hand, dir über das und jenes kein Urteil zu bilden und deiner Seele dadurch eine Belästigung zu ersparen. Denn den Dingen selbst ist nicht die Kraft gegeben, unsere Beurteilung zu erzwingen. Marc Aurel – Der Weg zu sich selbst

the emotional crew on the road again

Bauernregel:

Aktuelle Beiträge

Richtig
Irgendwann und irgendwo wird es irgendwie hohl und...
the white lake knight - 27. Nov, 17:16
wie jetzt Ausforschung,...
wie jetzt Ausforschung, Beweise, Antritt ? viele hohle...
schafzungig - 27. Nov, 15:19
Aha. Herr Mörlin...
Aha. Herr Mörlin lässt ausrichten, eins reicht...
the white lake knight - 27. Nov, 11:50
Mein Kommentar dazu lautet...
Mein Kommentar dazu lautet :-P
flyhigher - 27. Nov, 11:22
Keine Sorge, Frau Flyhigher,...
Keine Sorge, Frau Flyhigher, Herr Mörlin fackelt...
the white lake knight - 27. Nov, 10:57

Web Counter-Modul

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Status

Online seit 911 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 27. Nov, 17:16

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB

Archiv

Oktober 2009
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 9 
10
11
12
14
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31