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Donnerstag, 26. März 2009

Er war so aufgeregt wie ein Loch in der Wand

coffeeKeine Ahnung, ob er die Blondinenwitze erfunden hat.
Privatdetektive hat er jedenfalls nicht erfunden.
Den Whiskey hat er auch nicht erfiunden.
Aber in sich reingeschüttet, dass es nur so rauschte.
Doch eine Figut hat er erfunden, die nie wieder so geschaffen wurde.
Privatdetektiv Philip Marlowe, zerknittert und zynisch, wirr und dreckig, knallhart und sentimental, oft kopiert, doch nie erreicht.
Heute vor 50 Jahren ist Raymond Chandler verstorben.
Und jetzt sage ich nicht, es gehen immer die Falschen viel zu früh, nein, ich bin dankbar dafür, dass er sieben Romane geschrieben hat und ich die Gelegenheit hatte, sie zu genießen.
Ach ja, und ganz klar, einzig und allein Humphrey Bogart geht filmisch als Philip Marlowe!

Unnachahmlich seine Blondinenklassifizierung. Ein kleiner Teil davon als Auszug aus
"Der lange Abschied" (The Long Good-bye), 1953:

"Da gibt es die Blondine, die hinreißend zu einem aufschaut und ebenso hinreißend duftet und schimmert und einem am Arm hängt und die dann immer so sehr, sehr müde ist, wenn man sie heimbringt. Sie macht dauernd diesen hilflosen Eindruck und hat dauernd diese gottverdammten Kopfschmerzen, und man würde ihr am liebsten eine runterhauen, wenn man nicht heilfroh wäre, das mit den Kopfschmerzen noch rechtzeitig entdeckt zu haben, bevor man zuviel Zeit, Geld und Hoffnung in sie investiert hat. Denn diese Kopfschmerzen werden immer da sein, eine Waffe, die nie stumpf wird und so tödlich ist wie der Stoßdegen eines Meuchelmörders oder Lukrezias Giftfläschen."
oder:
"Und schließlich gibt es da die Superblondine, das Prachtstück zum Vorzeigen, das drei Klassegangster hinter sich bringt und dann ein paar Millionäre heiratet, für eine Million pro Kopf, und am Ende eine hellrosa Villa am Cap d' Antibes hat, einen Alfa Romeo der Luxusserie, komplett mit Fahrer und Beifahrer, und einen Stall voll abgelebter Aristokraten, die sie alle mit der liebenswürdigen Geistesabwesenheit eines bejahrten Herzogs behandelt, der seinem Butler gute Nacht sagt."

Wer mehr darüber wissen will, bitte das Buch lesen. Es lohnt sich.

menageDie Crew wünscht ein behagliches und lustvolles Wochenende für alle lebensfrohen und freiheitsliebenden Menschenkinder, allen standfesten "Nein" - und lustvollen "Ja" - Sagern, allen unverbogenen geradlinigen Mainstreamverweigerern, die nicht nur der Kritik willen kritisieren und allen bekannten und unbekannten intergalaktischen heißen sternschnuppigen Spiralnebeln.

detektivisches knight and know

Wenn Julia fordernd zugreift

frosch60
coffeeJulia heißt sie.
Schwarze Haare und schlanke Figur.
Ausdrucksvolle graugrüne Augen und ein süßes Lächeln.
Locker auf der Liege dahingestreckt sehe ich sie an, als sie sich über mich beugt.
Leicht lächelnd mustert sie aufmerksam mein Gesicht und fragt heiter:
"Na, das letzte Mal gut überstanden?"
Wie gebannt blicke ich in ihre unergründlichen Augen.
Meine Kehle ist trocken, ich bin wieder nervös und nicke unmerklich mit leicht aufgerissenen Augen. Mühsam entrinnt mir ein trockenes, schwaches Ja.
Sie strahlt als Antwort und dann greift sie wieder zu. Ein fester, fordernder Griff und mein Adamsapfel hüpft vor Aufregung, denn ich weiß, was jetzt kommt.
Bald wird es wieder fließen, aus mir heraus.
Nicht zu verhindern.
Warum auch.
Deswegen bin ich ja hier.
Und ich spüre den Stich der Kanüle in die Vene meines rechten Armes kaum, denn sie ist Profi und versteht ihr Handwerk. Es gibt Mädels, die sind richtig Klasse drauf.
Innerhalb der nächsten halben Stunde werde ich wieder 750 ml Blutplasma spenden und dann geschwind mit dem Stahlross der Sonne entgegen davondüsen.
Zweimal pro Woche, bis 28 Liter gespendet sind.
Dumm rumquatschen war gestern.
Der Herr will Taten sehen.
Sagte ich es schon?
Wir sind unterwegs im Auftrag des Herren.
Right now.
.

.
unterwegs im knight life

sunday roses

romy_schneider_grafiti_400

Meinungsfreiheit

Du hast es in der Hand, dir über das und jenes kein Urteil zu bilden und deiner Seele dadurch eine Belästigung zu ersparen. Denn den Dingen selbst ist nicht die Kraft gegeben, unsere Beurteilung zu erzwingen. Marc Aurel – Der Weg zu sich selbst

the emotional crew on the road again

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