
Ach ja, die letzten Tage waren anstrengend und es war etwas wenig Zeit, hier zu schreiben. Jetzt bin ich mittelschwer erschöpft und hänge so still in den Seilen vor mich hin, allerdings zugegebenermaßen komfortabel bei Milchkaffee und gutem Sound. Die Sonne schien die letzten Tage wie aus dem Häuschen und die vorhandenen Angebote waren doch zu verlockend, als das ich sie abschlagen konnte.
Steinmeer im Sommer macht immer mehr Spaß und was sich hier so entwickelt, das verschlägt selbst mir manchmal den Atem. Stundenlang mit Ausländern aus Kalifornien, Arizona, Hessen, Bayern, Karlsruhe und woher auch immer auf einer grünen Wiese inmitten der aufeinandergestapelten Steine des Steinmeeres zu grillen und zu chillen, zu diskutieren und zu lauschen, lachend und nachdenklich den Tag verbringen, das gibt mir immer wieder viel und ich bin sehr dankbar dafür, das sich diese Stadt hat öffnen können und auch weiter öffnet und viele neue Menschen hierher gespült werden. Das Grau weicht der Farbenvielfalt, manchmal schrill und skurril, die sprichwörtliche Griesgrämigkeit des Berliners weicht einer ungewohnten Lockerheit.
Es soll nicht verschwiegen werden, dass es im Steinmeer immer noch Areale gibt, in denen der dumpfbräsige Eingeborene die Zeiger der Zeit fest im Beton seines ewiggestrigen Denkens verankert hat und sich am übelriechenden Ekelbrei seiner grauen Jammerei über das ach so böse Schicksal verlustiert.
Nun, jeder hat die Wahl, Tag für Tag. Am Leben teilnehmen, auch wenn es ab und an weh tut oder sich dem Leben zu entziehen und scheintot auf dem Tempelhofer Flugfeld vor sich hin zu dümpeln.
Übrigens, seit dem Wochenende steht die innerstädtische Verbindung (A113) zum BBI und nach Auskunft von Freunden, die sie getestet haben, eine geile Verbindung. Inklusive Supertunnel mit Halogenscheinwerfern in der Fahrbahn, die dir das Gefühl geben, auf einer Startbahn dahinzusausen. Schnell und komfortabel, zeitmäßig wird die Bahn mit Längen geschlagen.
Ich weiß, ich weiß, nicht klimaneutral, doch wir unterstützen alles, was uns ein warmes Klima bescheren kann. Denn ehrlich, lieber das ganze Jahr so ein schönes Wetter und mit Arizona - Klaus grillen als kalt und noch mal fünf Jahre Köhler.
Und für uns ist klar:
Gesine for President.
Bei dem Nachnamen ein Muss. Und außerdem ist sie ein Steinmeermädel.
Erschöpftes Morgengeschwurbel