Samstag, 25. August 2007

Love this life if you get a little light

Jahrelang habe ich in einem von mir selbst geschaffenen Gefängnis gesteckt. Selbstgeschaffen, denn es sind nie die anderen, die dieses Gefängnis bauen und mich dann darin einsperren. Ich selbst war und bin es, immer nur ich selbst. Nicht die anderen sind schuld, nein, und ich kann es schon längst nicht mehr hören, diese unselige Litanei. Der/die und der/die hat Schuld, dass.....
Gut, es ist richtig, die anderen liefern Steine, Mörtel, Gitterstäbe und all das andere notwendige Baumaterial, doch die Wahl der Gefängnisart, den Bau und das Zuschlagen der Kerkertür, wenn ich blödbrav in dieses mein Gefängnis gegangen bin, das besorgt jeder für sich selbst. Auch bei der Auswahl dieses Kerkers sorgt jeder für sich selbst und doch werden auch hier wieder andere als Ausrede - besonders beliebt sind dabei die Gebrüder Umstände - herangezogen.
Viele bleiben ewig in diesem selbstgeschaffenen Gefängnis, haben resigniert, kapituliert und warten.... Sie sitzen im Gefängnis einer Beziehung/Ehe, die schön längst nicht mehr diesen Namen verdient, gehen einem Job nach, der nur noch Kraft zieht und leben ein Leben, das vom Funktionieren geprägt ist. Der Möglichkeiten sind noch mehr und Kombinationen der Möglichkeiten sind nicht selten. Keine Kraft, kein Mut, kein Antrieb mehr, aus diesem Gefängnis auszubrechen, vielleicht auch Angst vor einer neuen unbekannten Freiheit und so bleiben viele in ihrer miefigen angeblichen „Sicherheit“ ihres selbstgeschaffenen Gefängnisses.
Damals vor Jahren hatte ich das seltene Glück, dass mein Gefängnis zerbrach. Und es war ein modernes Gefängnis, das ich mir erbaut hatte, ein multiple prison. Der Bruch und alles andere danach - vieles nicht freiwillig geschehen. Doch ich habe es annehmen und eine neue Freiheit gewinnen können. Und bereut habe ich es bis heute nicht.
Dabei ist Weg in die Freiheit und das Leben ohne Gefängnis nicht immer einfach. Vor allem die Gefahr, ein neues Gefängnis zu erbauen, droht ständig. Auch lauern immer wieder falsche Versprechen, Gaukeleien und Illusionen, geschickt getarnt, um darauf hereinzufallen. Ich habe es in den vergangenen Wochen/Monaten gespürt und in den letzten Gesprächen mit Freunden ist mir einiges klar geworden.
Und ich fand, ein schöner Titel von Richard Ashcroft (Verve) – ‚Break the night with colour’ beschreibt etwas davon, vielleicht. Ich fühle es jedenfalls so und erklären mag ich es nicht. Gefühle zu erklären ist wie Stochern in kalter Asche. Es wärmt nicht.
Textauszug:

I don't wanna know your secrets
They lie heavy on my head
Let's break the night with colour
Time for me to move ahead



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