Fast vorausgesehen - eine fantasie (I)
Kennen Sie das? Sie haben versprochen, eine bestimmte veranstaltung zu besuchen. Eine veranstaltung, die Sie nicht sonderlich mögen, nie besuchen würden, wenn, ja wenn da nicht jemand wäre, dem sie verpflichtet sind. In welcher weise auch immer.
Die ehefrau, der ehemann , die freundin, der freund, die kinder, die eltern, die schwiegereltern, die schwester, der bruder, die chefin, der chef, die kollegin, der kollege. Weitere mögliche aspiranten der verpflichtungsknechtschaft bitte selbst hinzufügen.
Sich derartiger knechtschaft zu entziehen ist möglich und wird auch oft praktiziert. Nur sind damit oftmals folgen verbunden, die uns nicht gefallen, nicht gefallen können. Und wenn dann beispielsweise auf Ihre frage an den freund/die freundin, ob es denn nun vorbei sei, die wutentbrannte antwort durch den raum donnert und Sie dumpf klatschend genau zwischen Ihre weitaufgerissenen augen trifft, dass da nie etwas gewesen wäre und mit Ihnen ja schon gar nicht, dann dämmert es bei Ihnen vielleicht. So ein ganz klein wenig.
Die vage möglichkeit, dass die permanente verweigerung des besuches einer bestimmten veranstaltung ja veranstaltungsreihe den boden für den entzug des bodens Ihrer beziehung bereitete, dieser gedanke der möglichkeit wird mit der zeit in die grässlichkeit der absoluten gewissheit münden und an Ihnen nagen. Nicht ein leben lang. Nein. Aber in jedem fall die nächsten dreißig jahre.
Auch müssen sie damit rechnen, dass Ihnen die wunderschöne feier anlässlich Ihres achtzigsten geburtstages durch die tochter/ den sohn vollständig geschmissen und ruiniert wird, weil justament der tochter/ dem sohn einfällt, das dies möglicherweise die letzte gelegenheit sei. Reinen tisch zu machen. Unbedingt und jetzt.
Ihnen zu sagen, vor versammelter mischpokengesellschaft, wie schaurig und verhaltens störend Sie sich damals verhalten hätten, als Sie den besuch der veranstaltung xy sabotierten. Übrigens, die eventuellen schändlichkeiten in diese richtung durch die ehegattin/ den ehegatten lassen wir heute besser außen vor. Ich sage Ihnen, da sind abgründe, nach deren ansicht selbst stephen king vom blanken entsetzen heimgesucht werden würde.
Zurück zu Ihrer tochter/ Ihrem sohn. Man wisse nach dem abstand der vielen jahre natürlich nicht mehr, um welche veranstaltung es damals ging. Natürlich. Das entzieht Ihnen von vornherein jeden möglichen ansatz einer verteidigung.
Auch wenn die verteidigung wahrscheinlich sehr lahm und lasch ausfiele. Wahrscheinlich. Doch eine verteidigung, hinter der Sie sich mit Ihrer ganzen ehrlosen nichtswürdigkeit verstecken könnten.
Und so stehen sie da, nackt, den vorwurfsvollen blicken der anwesenden ausgesetzt. Die mit kalten augen zusehen, wie Ihnen die brust aufgerissen wird. Und in diese brust genau neben das herz das schlechte gewissen eingepflanzt wird. Und dieses schlechte gewissen wird an Ihnen nagen, Ihr ganzes erbärmliches restliches leben lang.
Es wird sich ganz langsam zu Ihrer fettleber durchfressen und auf diesem weg fortwährend ätzenden gallensaft produzieren. In den grauen nächten Ihrer düsteren schlaflosigkeit wird dieses schlechte gewissen still kichern und sie werden sich die kümmerlichen funktionalen reste Ihres hirns zermartern, um heraus zu finden, was für ein event das bloß gewesen sei.
Und diese kümmerlichen funktionalen reste Ihres hirns werden Ihnen verklickern, dass es nicht mehr möglich sein wird, die antwort zu finden. Der entsprechende bereich Ihres langsam und doch immer schneller verrottenden gedächtnisses hat schon längst kassensturz gemacht und die dortigen synapsen haben funktionsinsolvenz angemeldet.
Da geht nichts mehr.
Endgültig gelöscht.
Erase and rewind.
Nur noch toter synapsensalat.
Sie werden den rest Ihres abscheulichen lebens jeden abend mit schlotternden gliedern richtung nächtlicher folter wanken. Das fahle entsetzen wird tiefe falten in Ihr ausgemergeltes gesicht meißeln, so das bei Ihrer zerbröselnden fassade überhaupt noch möglich ist.
Wollen Sie sich das die letzen jahrzehnte Ihres einst glanzvollen lebens antun?
Es gibt doch noch genügend andere möglichkeiten, sich das leben richtig schwer zu machen.
Gehen Sie in sich, überwinden Sie sich, machen Sie gute miene zum bösen spiel und schleppen Sie sich, freudige erwartung vortäuschend, zu dieser miesen veranstaltung.
Genießen Sie wenigsten für einige stunden ein ruhiges gewissen. Für einige stunden.
Denn Sie werden bald feststellen, und das meist recht schnell und richtig gründlich, dass auch diese heroische sebstverleugnung letztendlich nutzlos war.
Davon später mehr.
abgelegt in knight thoughts
P.S. Es beginnt spass zu machen.
Herr mörlin meint, wenn ich meine zurückhaltung überwinde und endlich meiner fantasie die zügel freigäbe, könnte es vielleicht was werden. Vielleicht, doch wer weiss das schon?
Die ehefrau, der ehemann , die freundin, der freund, die kinder, die eltern, die schwiegereltern, die schwester, der bruder, die chefin, der chef, die kollegin, der kollege. Weitere mögliche aspiranten der verpflichtungsknechtschaft bitte selbst hinzufügen.
Sich derartiger knechtschaft zu entziehen ist möglich und wird auch oft praktiziert. Nur sind damit oftmals folgen verbunden, die uns nicht gefallen, nicht gefallen können. Und wenn dann beispielsweise auf Ihre frage an den freund/die freundin, ob es denn nun vorbei sei, die wutentbrannte antwort durch den raum donnert und Sie dumpf klatschend genau zwischen Ihre weitaufgerissenen augen trifft, dass da nie etwas gewesen wäre und mit Ihnen ja schon gar nicht, dann dämmert es bei Ihnen vielleicht. So ein ganz klein wenig.
Die vage möglichkeit, dass die permanente verweigerung des besuches einer bestimmten veranstaltung ja veranstaltungsreihe den boden für den entzug des bodens Ihrer beziehung bereitete, dieser gedanke der möglichkeit wird mit der zeit in die grässlichkeit der absoluten gewissheit münden und an Ihnen nagen. Nicht ein leben lang. Nein. Aber in jedem fall die nächsten dreißig jahre.
Auch müssen sie damit rechnen, dass Ihnen die wunderschöne feier anlässlich Ihres achtzigsten geburtstages durch die tochter/ den sohn vollständig geschmissen und ruiniert wird, weil justament der tochter/ dem sohn einfällt, das dies möglicherweise die letzte gelegenheit sei. Reinen tisch zu machen. Unbedingt und jetzt.
Ihnen zu sagen, vor versammelter mischpokengesellschaft, wie schaurig und verhaltens störend Sie sich damals verhalten hätten, als Sie den besuch der veranstaltung xy sabotierten. Übrigens, die eventuellen schändlichkeiten in diese richtung durch die ehegattin/ den ehegatten lassen wir heute besser außen vor. Ich sage Ihnen, da sind abgründe, nach deren ansicht selbst stephen king vom blanken entsetzen heimgesucht werden würde.
Zurück zu Ihrer tochter/ Ihrem sohn. Man wisse nach dem abstand der vielen jahre natürlich nicht mehr, um welche veranstaltung es damals ging. Natürlich. Das entzieht Ihnen von vornherein jeden möglichen ansatz einer verteidigung.
Auch wenn die verteidigung wahrscheinlich sehr lahm und lasch ausfiele. Wahrscheinlich. Doch eine verteidigung, hinter der Sie sich mit Ihrer ganzen ehrlosen nichtswürdigkeit verstecken könnten.
Und so stehen sie da, nackt, den vorwurfsvollen blicken der anwesenden ausgesetzt. Die mit kalten augen zusehen, wie Ihnen die brust aufgerissen wird. Und in diese brust genau neben das herz das schlechte gewissen eingepflanzt wird. Und dieses schlechte gewissen wird an Ihnen nagen, Ihr ganzes erbärmliches restliches leben lang.
Es wird sich ganz langsam zu Ihrer fettleber durchfressen und auf diesem weg fortwährend ätzenden gallensaft produzieren. In den grauen nächten Ihrer düsteren schlaflosigkeit wird dieses schlechte gewissen still kichern und sie werden sich die kümmerlichen funktionalen reste Ihres hirns zermartern, um heraus zu finden, was für ein event das bloß gewesen sei.
Und diese kümmerlichen funktionalen reste Ihres hirns werden Ihnen verklickern, dass es nicht mehr möglich sein wird, die antwort zu finden. Der entsprechende bereich Ihres langsam und doch immer schneller verrottenden gedächtnisses hat schon längst kassensturz gemacht und die dortigen synapsen haben funktionsinsolvenz angemeldet.
Da geht nichts mehr.
Endgültig gelöscht.
Erase and rewind.
Nur noch toter synapsensalat.
Sie werden den rest Ihres abscheulichen lebens jeden abend mit schlotternden gliedern richtung nächtlicher folter wanken. Das fahle entsetzen wird tiefe falten in Ihr ausgemergeltes gesicht meißeln, so das bei Ihrer zerbröselnden fassade überhaupt noch möglich ist.
Wollen Sie sich das die letzen jahrzehnte Ihres einst glanzvollen lebens antun?
Es gibt doch noch genügend andere möglichkeiten, sich das leben richtig schwer zu machen.
Gehen Sie in sich, überwinden Sie sich, machen Sie gute miene zum bösen spiel und schleppen Sie sich, freudige erwartung vortäuschend, zu dieser miesen veranstaltung.
Genießen Sie wenigsten für einige stunden ein ruhiges gewissen. Für einige stunden.
Denn Sie werden bald feststellen, und das meist recht schnell und richtig gründlich, dass auch diese heroische sebstverleugnung letztendlich nutzlos war.
Davon später mehr.
abgelegt in knight thoughts
P.S. Es beginnt spass zu machen.
Herr mörlin meint, wenn ich meine zurückhaltung überwinde und endlich meiner fantasie die zügel freigäbe, könnte es vielleicht was werden. Vielleicht, doch wer weiss das schon?
the white lake knight - 18. Jun, 14:07


